Ruhrgebiet: Aktionen gegen Kriegerdenkmäler

Am Wochenende des „Volkstrauertages“ wurden in mindestens neun Städten in Nordrheinwestfalen Kriegerdenkmäler beschädigt. In Unna, Bergkamen, Hamm, Lünen und Fröndenberg (Indymedia) wurden Gedenksteine und Statuen mit Farbe beschmiert. Auch in Haltern kam es zu einem ähnlichen Angriff. In Bochum wurde einer Statue der Kopf entfernt. Bereits in den letzten Wochen wurden in Bochum eine Reihe von Denkmälern farblich umgestaltet. Ein weiterer Angriffspunkt für die autonome Aktionsreihe lag in Schwerte – dort wurde in der Nacht zum 15.11. ein Denkmal pink gestrichen.

In Mülheim/Ruhr wurden zwei Denkmäler durch Farbe und eine Parole beschädigt. „[A]ntimilitaristische [A]utonome“ berichten in einem Bekennerschreiben, die beiden Denkmäler in der Nacht zum Sonntag besucht zu haben. Laut ihrem Artikel stand die jährliche städtische Kranzniederlegung am Mülheimer Friedhofsweg im Schatten der politischen Attacke. Die Verantwortlichen hatten die dort angebrachte Parole („Soldaten sind Mörder“) zwischenzeitlich mit einer Plane abgedeckt und bereits am Montag entfernt. Schon im letzten Jahr hatte eine Gruppe autonomer AntifaschistInnen die Kranzniederlegung des „VdK“ mit Transparent und Sprechchören gestört: 123

Mittlerweile bekennen sich in einem Sammelartikel „Autonome [und] linksradikale Aktionsgruppen aus der Region Ruhr“ zu den zahlreichen Aktionen. Laut ihrer Darstellung stehen die Aktionen im Kontext einer engeren Vernetzung zwischen linksradikalen Gruppen im Ruhrgebiet. Im Hinblick auf diese Entwicklung rufen die VerfasserInnen zu einer koordinierten Aktionskampagne „gegen den völkischen Nationalismus der Deutschen und die Verdrehung der Geschichte“ auf. Zwischen dem 14. und dem 28.11.2010 sollen demnach in der Region weitere Aktionen mit ähnlicher thematischer Ausrichtung stattfinden. In der Halterner Lokalpresse hat die Kampagne bereits am Wochenende Aufmerksamkeit erregt. Weitere Artikel finden sich u.a. bei ruhrnachrichten.de: 1, 2, 3 – dort ist auch bereits registriert worden, dass hinter den Aktionen anscheinend eine städteübergreifende Koordination steht.


Beschädigungen in Mülheim/Ruhr