Protest gegen „Pro NRW“

Etwa 150 AntifaschistInnen aus dem linken Spektrum haben in Mülheim/Ruhr mit einer eigenen Kundgebung gegen 32 VertreterInnen von „Pro NRW“ demonstriert. Laut Presseberichten beteiligten sich an der städtischen Gegenveranstaltung etwa tausend Menschen. Die Kundgebung von „Pro NRW“ konnte lediglich unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Die wenigen TeilnehmerInnen konnten ihren vollständigen „Kundgebungstriathlon“ Oberhausen/Mülheim/Essen bereits wegen einer Besetzung des Oberhausener Anmeldeortes nicht wahrnehmen. Auch in Mülheim hatten sie wenig Chance, gehört zu werden; die antifaschistischen GegendemonstrantInnen, „die mit dicken Lautsprechern vorgefahren [waren]“, übertönten die völkischen Parolen der Rechten problemlos. Nach weniger als einer Stunde beendete der Veranstaltungsleiter von „Pro NRW“ das Intermezzo dann selbst. Unter den KundgebungsteilnehmerInnen befanden sich lediglich vier Mülheimer SympathisantInnen.

Unangenehm fiel an diesem Tag die Polizei auf. Sie ermöglichte Rechten und Gästen der Moschee Zugang zu sämtlichen Veranstaltungen, erschwerte dies jedoch den linken GegendemonstrantInnen; ihnen wurde der Zugang zur Sandstrasse immer wieder unbegründet verweigert. Bereits im Vorfeld hatte Einsatzleiter Klaus-Peter Netz von der Polizei Mülheim/Essen Stimmung gegen die Kundgebung gemacht. In einem Gespräch mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung warnte er vor einem gemeinsamen Brunch im Autonomen Zentrum: „Die werden da sicher nicht nur frühstücken“, erklärte er gegenüber der Presse. Tatsächlich gingen die Provokationen am gestrigen Tag von der eingesetzten Hundertschaft aus. Die überwiegend aus Bonn angereisten PolizistInnen schubsten TeilnehmerInnen der Gegenkundgebung und bedrohten sie mehrfach mit Pfefferspray und Schlagstöcken.

[Presse]

[Vorfeld]
WAZ, 24.03.2010 – „Polizei trennt Pro NRW, Gegendemo und Gemeindefest“

[26.3.2010]
WAZ, 26.03.2010 – „Solidarische Stadt“
WAZ, 26.03.2010 – „Mülheimer demonstrieren lautstark gegen Rechts“
WAZ, 26.03.2010 – „Pro NRW kam mit 32 Demonstranten zur Mahnwache“

[Bilder]
WAZ, 26.03.2010 – „Mülheim pfeift auf Rechts“