Archiv für November 2009

Essener „Oseberg“ attackiert

Laut einem Indymedia-Bericht wurde am Vormittag des 23.11.09 der Essener „Thor Steinar“-Laden „Oseberg“ Ziel eines Farbanschlages. Vermummte hatten den Innenbereich des Ladens mit Hilfe eines präparierten Feuerlöschers mit Lackfarbe beschädigt. Dabei wurden erhebliche Teile des Inventars beschädigt. In einem zwischenzeitlich aufgetauchten Bekennerschreiben erklären die Verantwortlichen in Bezug auf „Oseberg“: „Er dient als Treffpunkt für Nazis und trägt dazu bei, dass das offensive Auftreten von Nazis mittlerweile als normal empfunden wird, ob an Bahnhöfen oder in der Innenstadt. Diese Normalität muss durchbrochen werden. (…) Unsere Aktion sollte dazu führen, dass der Verkauf zeitweise eingestellt werden muss. Die Nazis dürfen sich zu keiner Tages- und Nachtzeit sicher fühlen.“ Seit seiner Eröffnung ist die Außenfassade der „Thor Steinar“-Filiale mehrfach Ziel von Angriffen geworden.

Gegenaktion bei städtischer Kranzniederlegung

Laut einem Indymedia-Bericht vom 15.11.09 haben Antifas eine revisionistische Gedenkveranstaltung in Mülheim gestört. Die Stadt hatte die Veranstaltung im vorhinein gemeinsam mit dem Mülheimer „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ beworben. Dank Mitgliedschaft des Mülheimer Bürgermeisters Markus Püll genießt der regionale Flügel des „VDK e.V.“ einen festen kommunalpolitischen Rückhalt. Die bundesweite Organisation blickt auf eine lange Geschichte, die von revisionistischen Bestrebungen und Zusammenarbeit mit Nazi-Organisationen geprägt ist. Bis 1987 gab es zum Beispiel offizielle Kooperation mit dem Verband der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS („HIAG“). Umfangreiche Informationen zum Thema finden sich auf „Inforiot“.

Neuigkeiten aus der Nachbarstadt

Antifas aus Essen haben die Zeit um den Jahrestag der Reichspogromnacht für zwei öffentlichkeitswirksame Aktionen genutzt. Am 08.11.09 wurde auf Intervention der „Antifa Essen Z“ eine Versammlung der rechtsnationalen Partei „pro NRW“ vereitelt. In der Pressemitteilung der Gruppe heißt es: „Schon zum wiederholten Mal konnten rechte Veranstaltungen durch die gute Zusammenarbeit von Gastronomen und antifaschistischen Initiativen kurzfristig verhindert werden. Rechten und rassistischen Gruppierungen wie pro-NRW fällt es zunehmend schwer, in Essen überhaupt noch Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen zu finden.“ Tags darauf haben rund siebzig Antifas im Essener Stadtteil Borbeck eine Veranstaltung zum Gedenken der Opfer der Reichspogromnacht durchgeführt. Parallel veranstaltete die erst vor kurzem durch Outing-Aktionen bedrängte Essener NPD eine „Gegenkundgebung“. Auf der Internetpräsenz der „Antifa Essen Z“ gibt es eine Pressemitteilung mit Fotos von der antifaschistischen Kundgebung und eine Übersicht über die Redebeiträge.

Antifa-Aktion erfolgreich

Knapp eineinhalb Wochen nach der antifaschistischen Outing-Aktion gegen den Webmaster ist am 29.10.09 die Internetseite der Kameradschaft „Aktionsgruppe Oberhausen/Mülheim“ erneut aus dem Netz verschwunden. Die kurzzeitigen Wiederaufbaubemühungen der Gruppe kommen damit offensichtlich an ihr Ende. (mehr…)