Auflösung des AIP Mülheim/Ruhr

Das Antifa Infoportal Mülheim/Ruhr stellt seine Dokumentationsarbeit offiziell ein. Auch die Termine werden zukünftig nicht mehr aktualisiert. Die Kontakt-Seite wird in den nächsten Tagen entfernt. Das Portal bleibt zu Dokumentationszwecken bestehen.

Zur Begründung: Seit Entstehung des Archivs wurden antifaschistische Aktionen in Mülheim und im westlichen Ruhrgebiet regelmäßig aus überwiegend öffentlichen Quellen zusammengetragen und kommentiert. In diesem Zeitraum wurden zwei regionale Kameradschaften (Die „Aktionsgruppe Oberhausen/Mülheim“ und der „NW Oberhausen“) zerschlagen. Eine ganze Reihe von Neonazis ist nach sog. Outing-Aktionen (in Mülheim u.a.: 123) nicht mehr in Erscheinung getreten. Es gab zahlreiche Aktionen gegen revisionistische Bestrebungen (123), Proteste und Aktionen gegen „Pro NRW“, eine Spontandemonstration für das Autonome Zentrum in Köln, zahlreiche Vortragsveranstaltungen u.v.m. Hinter den Kulissen gab es immer wieder kleine und große Abreibungen für rechte Ideologen. Auch in den benachbarten Städten wie Duisburg (1234), Essen (123456) und Oberhausen wurden und werden Nazis regelmäßig unter Beschuss genommen. Dort haben einige „Kameraden“ ebenfalls ihre Handlungsfähigkeit weitgehend eingebüßt.

Demgegenüber hat es in Mülheim zu keinem Zeitpunkt eine rechte Szene gegeben – vorallem keine, die handlungsfähig geworden wäre. Jeder Anlauf rechter Gruppen und Einzelpersonen blieb von kurzer Dauer. Die rechten Aktivisten kapitulierten vor dem öffentlichen Druck, zogen in andere Städte oder verloren sich in neue Freizeitbeschäftigungen. In einer Stadt mit beachtlicher linker und antifaschistischer Tradition inklusive einem Autonomen Zentrum hatten und haben rechte Stimmungsmacher keinen guten Stand.

Vor diesem Hintergrund ist die zentrale Dokumentation antifaschistischer Aktivitäten aus der Region zwar ein großer Luxus – aber keine journalistische Notwendigkeit. Die meisten der auf dem Antifa Infoportal bereitgestellten Informationen konnten im vorhinein aus anderen bekannten Quellen wie Indymedia oder indymedia.linksunten entnommen werden. Eine nachträgliche Aufbereitung ist zeitintensiv und von begrenztem Nutzen.

Hilfreich war die tatkräftige Unterstützung von außen. Leser und Leserinnen, aktive Antifas und solidarische Mitmenschen haben mehrfach die Möglichkeit genutzt, antifaschistischen Strukturen in der Region hilfreiche Informationen zukommen zu lassen. Dafür sei an dieser Stelle großer Dank ausgesprochen. Informationen dieser Art können auch zukünftig hilfreich sein: Die BetreiberInnen des AIP Oberhausen, der Antifa Duisburg und der Antifa Essen Z können Informationen auch weiterhin verarbeiten und weiterleiten.

Auch für verantwortungsbewusste und regelmäßige Dokumentation antifaschistischer und autonomer Neuigkeiten ist gesorgt: Die Autonome Linke Ruhr, Recherche Ruhrgebiet und die vielen von uns verlinkten Antifa-Seiten werden in Zukunft weiter ihre Arbeit leisten. Die beiden indymedia-Archive stehen natürlich so wie so zur Verfügung. In der Region um Mülheim wird seitens der erwähnten Nachbarstädte für einen aktuellen Stand gesorgt.

Die BetreiberInnen des AIP Mülheim/Ruhr behalten es sich vor, die Plattform für inhaltlich ähnliche Projekte zur Verfügung zu stellen. Wenn andere AntifaschistInnen Sinn darin sehen, die Dokumentationsarbeit fortzusetzen, kann über eine Übergabe verhandelt werden. Die Kontaktaufnahme zu diesem Zweck kann noch bis Mitte des Jahres über die bekannte E-Mail-Adresse (aip-mhriseup.net – Das At-Zeichen ist nicht kopierbar!) passieren – danach wird der Mail-Account gelöscht.

Dank gilt allen, die das AIP in den letzten zwei Jahren unterstützt haben. Ohne ihre Hilfe hätte das Projekt nicht in seinem Umfang existieren können.

In eigener Sache

Vor eineinhalb Monaten (22.11.2010) hat sich ein Leser des Antifa Infoportals über das verschlüsselte Kontaktformular gemeldet. Die von ihm angegebene E-Mail-Adresse beim Server „gmx.topmail.de“ ist leider nicht funktionstüchtig. Er wird gebeten, sich nochmal in Verbindung zu setzen.

Farbanschlag in Essen / Newsupdate autonomer Kampagne

In Essen wurde die Landeszentrale des „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ vor einigen Tagen von Unbekannten mit Farbeiern und einer Parole beschmiert. In einer Erklärung erläutern die VerursacherInnen ihre politischen Beweggründe. U.a. wird dort auf geschichtsrevisionistische Tendenzen innerhalb des Vereins und die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr verwiesen. Die Aktion wird als Teil einer zweiwöchigen Kampagne ausgewiesen, in deren bisherigem Verlauf mehrere Kriegerdenkmäler, überwiegend durch Nutzung von Farbe, beschädigt worden sind.

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Wiederinbetriebnahme von Flüchtlingsheimen in Essen geplant

Nachdem die Zahl der AsylbewerberInnen im Bundesgebiet im Vergleich zum Vorjahr um 80% zugenommen hat, rechnet auch die Stadt Essen damit, künftig wieder mehr Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. In diesem Zusammenhang wird derzeit die Wiedereröffnung zweier ehemaliger Flüchtlingslager beschlossen. Die Flüchtlingslager, welche in den neunziger Jahren errichtet wurden, sind überwiegend Wohncontainer, die eine Wohnfläche von acht Quadratmetern pro Person besitzen.

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NPD-Kandidaten in Essen geoutet / NPD-Kundgebung in Borbeck

Anhaltende Outing-Welle im westlichen Ruhrgebiet: Antifas haben im Hinblick auf zwei Kundgebungen der Essener NPD zwei Kandidaten der Partei in ihrer Nachbarschaft geoutet. Die Autoren berichten auch von einer Reihe Aktionen, die im Zusammenhang mit der NPD-Kundgebung am 09.11. in Essen-Borbeck stattgefunden haben. So soll angeblich der Sonderbus, der für die abreisenden Nazis bereitgestellt wurde, von Autonomen mit Steinen angegriffen und beschädigt worden sein.

In einem umfangreichen Artikel berichtet auch die Antifa Essen Z vom 09.11. Im Resümee heißt es dort: „Die lautstarken Proteste nahmen den Redebeiträgen der rund 40 mit Fahnen und brennenden Fackeln ausgestatteten Neonazis jede öffentliche Wirkung. Außerdem wurde eine geplante Kranzniederlegung der NPD an der Germania-Statue durch die große Zahl der anwesenden Gegendemonstranten verhindert.“ Am 27.11. plant die NPD eine Kundgebung in Essen-Katernberg.

Neuer Farbanschlag in Mülheim

Im Internet ist erneut ein anonymes Bekennerschreiben aufgetaucht, das von einer farblichen Beschädigung an einem Kriegerdenkmal in Mülheim berichtet. Die Verantwortlichen haben den Gedenkstein und eine angeschlossene Schriftplatte mit roter Farbe beschmiert und das Wort „TÄTER“ hinterlassen. Der Gedenkstein befindet sich an der Wasserrinne in Mülheim.

Ruhrgebiet: Aktionen gegen Kriegerdenkmäler

Am Wochenende des „Volkstrauertages“ wurden in mindestens neun Städten in Nordrheinwestfalen Kriegerdenkmäler beschädigt. In Unna, Bergkamen, Hamm, Lünen und Fröndenberg (Indymedia) wurden Gedenksteine und Statuen mit Farbe beschmiert. Auch in Haltern kam es zu einem ähnlichen Angriff. In Bochum wurde einer Statue der Kopf entfernt. Bereits in den letzten Wochen wurden in Bochum eine Reihe von Denkmälern farblich umgestaltet. Ein weiterer Angriffspunkt für die autonome Aktionsreihe lag in Schwerte – dort wurde in der Nacht zum 15.11. ein Denkmal pink gestrichen.

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Duisburg: Bericht zur Gedenkkundgebung

Das Bündnis 9. November hat auf diversern Internetportalen einen Bericht zur Gedenkkundgebung der vorherigen Woche veröffentlicht. Nach Darstellung der AutorInnen war die Kundgebung mit knapp hundert BesucherInnen sehr gut besucht. Eine Störaktion anässiger Neonazis wurde erfolgreich unterbunden. Im Anschluss an die Kundgebung wurde mit vielen TeilnehmerInnen noch eine Spontandemonstration in der Duisburger Innenstadt durchgeführt. Von dort aus machten sich die DemonstrantInnen auf den Weg zu den Protesten gegen die NPD-Kundgebung in Essen-Borbeck.

„Aktionsgruppe Duisburg/Krefeld“ – Outing in Chemnitz

Eine Gruppe nordrheinwestfälischer Antifas hat nach Eigenbekundung eine verzogene Sympathisantin der „Aktionsgruppe Duisburg/Krefeld“ in ihrer neuen Heimat Chemnitz geoutet. Die Aktion wird von den AutorInnen ausdrücklich als Angriff auf die Strukturen der Duisburger/Krefelder Kameradschaft gekennzeichnet. Gemeinsam mit Helena F. wurde ihr Mitbewohner, der Chemnitzer Neonazi Patrick F., durch Flugblätter bekannt gemacht.

Outing und Plakataktionen rund um den 09.11.

Laut verschiedenen Indymedia-Artikeln kam es gestern im westlichen Ruhrgebiet und vielen anderen Städten zu Aktionen im Hinblick auf den 09. November.

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